Das Ablaugen ist (neben dem Abschleifen, Abbrennen etc.) eine der Methoden, vor der Restaurierung den alten Lack von der Holzoberfläche zu entfernen. Man kann dazu entweder die in Baumärkten oder beim Farbenhändler erhältliche Ablauge-paste verwenden (nicht sehr effektiv, teuer, schmutzig, Probleme mit der Entsorgung) oder - wenn der Lack verseif-bar ist - dies im flüssigen Verfahren mit Kali- oder Natronlauge bewirken.
Traditionell geschieht das Ablaugen in Tauchbädern, die mit Lauge gefüllt sind und in die die zu entlackenden Teile untergetaucht werden. Das funktioniert zwar, ist aber für die Holzverbindungen eine ziemliche Strapaze, weil die Holzteile sehr lange in die Lauge eingetaucht bleiben müssen und sich entsprechend intensiv damit vollsaugen. Die Folge: das Holz verzieht sich, Leimverbindungen lösen sich, Applikationen gehen verloren und nur mit großen Schwierigkeiten lassen sich die Laugerückstände komplett aus den Poren des Holzes wieder heraus-waschen.
Die HolzCleanic arbeitet mit einer neuen Technik, bei der die Lauge in einem Pumpen/Düsen-System zirkuliert. Das Bild oben rechts zeigt die Anlage mit der Laugekammer in der Mitte und dem Laugevorratsbehälter rechts. Im Bild zu erkennen ist (ganz links) auch der Luftwäscher, mit dem wir die laugehaltige Abluft säubern, bevor sie in die Umwelt gepustet wird. Zur Unterscheidung vom der Tauchbadentlackung bezeichnen wir diese Technik als Kammersprühverfah-ren.
Dabei
wird zunächst die Laugekammer mit den zu entlackenden Möbeln bestückt (Bild 2). Nach dem Schließen der Kammertür wird am Schaltschrank die Prozeßdauer eingestellt und der Prozeß gestartet (Bild 3). Während des Ablaugeprozesses be-wegt sich in der Kammer ein rundum mit Düsen bestückter Rahmen im Takt auf- und abwärts. Durch die Düsen wird dabei ständig heiße Lauge gepumpt, die in der Kammer als feiner Sprühnebel auf die Holzteile niedergeht (Bild 4 - hier sprüht allerdings nur Wasser; es ist aus Sicherheitsgründen natürlich nicht möglich, die Kammertür während des Laugevor-gangs zu öffnen).
Durch diese ständige Zufuhr frischer Lauge und das stetige Abschwemmen des schon verseiften Lacks erfolgt eine sehr intensive Bearbeitung des Restlacks, so dass schon nach kurzer Bearbeitungszeit das gewünschte Ergebnis erzielt ist. Zum Vergleich: wenn die Bearbeitung eines Möbels im Tauchbad mindestens eine halbe Stunde dauert, erreicht die Kammer das gleiche Ergebnis in 10 Minuten - ohne das Möbel dabei ernsthaft zu durch-nässen. Entsprechend weniger Belastung der Holzverbindungen und überschaubere Zeiten der Nachtrocknung sind die Folge. Wer je ein abgelaugtes Möbel restauriert hat, weiß das zu schätzen.
Nach dem Ablaugevorgang werden die entlackten Teile in den Spritzraum gebracht und dort mit Wasserhochdruck von Lauge- und letzten Lackresten befreit (Bild 5).
Bei mehreren Lackschichten und/oder schwierigen Lacken wird der Ablauge-vorgang wiederholt.
Die gesäuberten Teile kommen danach in das Trockenlager und warten dort auf die Abholung oder Auslieferung bzw. trocknen für die anschließende Restaurierung. |